Erzählfiguren im Kindergottesdienst

Die beigefügte PDF-Datei beinhaltet einen Artikel aus dem Gemeindebrief über den Einsatz der Erzählfiguren im Kindergottesdienst.

Aus dem Kindergottesdienst.pdf
PDF-Dokument [2.0 MB]

 

In meiner religionspädagogischen Praxis hat es sich gezeigt, dass eine Erzählfiguren-Vorstellungsrunde für Kinder sinnvoll ist, die die Erzählfiguren (EF) noch nicht kennen und die EF noch nie in den Händen gehalten haben.

Bei vielen Kindern ist der Wunsch die EF im wahrsten Sinne des Wortes zu „begreifen“ vorhanden. Wenn die Kinder das konnten, haben sie in dieser Hinsicht innerlich Ruhe und können der Geschichte ihre unverminderte Aufmerksamkeit schenken und der Gestaltung folgen.

 

So könnte es gehen:

In der Mitte eines Stuhlkreises ist die biblische Geschichte ohne Figuren vorbereitet.  

Die Kinder werden begrüßt: „Bevor wir die biblische Geschichte hören und sehen, möchte ich euch jemanden vorstellen.“

Die EF wird in die Hand genommen und den Kindern gezeigt. Ein Arm der EF ist ausgestreckt, die Hand geöffnet, die Geste des Händeschüttelns damit angedeutet.

„Das hier ist meine Erzählfigur. Sie möchte euch ‚Guten Tag’ sagen und dazu gebe ich die Figur im Kreis herum. Während sie zu jedem von euch kommt, um euch zu begrüßen, hört dabei, was sie euch zu sagen hat.“

Das erste Kind bekommt die EF in die Hand und gibt sie nach dem Hallo-Sagen, dem Befühlen und Betrachten weiter. Während dieser Zeit erzähle ich in der Ich-Form:

„Ich freue mich, dass wir uns kennen lernen. Sicher ist euch gleich aufgefallen, wie schwer ich bin. Das sieht man mir gar nicht an, nicht wahr? Ich bin so schwer, weil meine Füße aus Blei sind. Kennt ihr die Redewendung: ‚Blei in den Beinen haben’? Ich habe wirklich Blei in den Füßen. Das soll so sein, denn sonst könnte ich nicht sicher stehen. Einen guten und sicheren Stand brauche ich aber, genau wie ihr. Ihr dürft auch mal vorsichtig meine Arme und Beine bewegen. Sie sind so biegsam, dass ich die Körperhaltung einnehmen kann, die du mir gibst. Wenn ihr neugierig seid, dann könnt ihr auch ruhig mal unter mein Gewand schauen. Da gibt es aber nichts Besonderes zu sehen, wie ihr merken werdet. Euch ist sicher aufgefallen, dass ich nicht so ein Gesicht habe wie ihr. Das hat seinen Grund. Für die Geschichten, die ich erzähle, brauche ich eure Augen, Ohren, Nasen und Münder. Ihr riecht und schmeckt, hört und seht für mich. Ich weiß, dass ihr das könnt. Wenn ihr meine Geschichte gleich hören werdet, werde ich dank eurer Phantasie und Vorstellungskraft lebendig sein. Dazu kenne ich ein Lied, dass ich jetzt mich euch singen möchte.“

Die EF ist wieder bei mir angekommen, wird in die Mitte gestellt und gemeinsam wird das Lied gesungen:

„Gib uns Ohren die hören und Augen die sehn und ein weites Herz, andre zu verstehn. Gott gib uns Mut unsre Wege zu gehn.“

 

Die Geschichte kann beginnen.

 

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